ZERO WASTE KOCHEN

Abfallfrei kochen in einer Zero Waste Küche

 

Hier erfährst du, unter welchen Umständen Du in einer Zero Waste Küche, auch Zero Waste Gerichte kochen kannst. Wichtig dabei ist es, von Anfang bis Ende abfallfrei zu bleiben. Das heißt, alle Produkte mit Verpackungsmaterialien zu vermeiden oder wiederzuverwenden. Klingt unmöglich, ist es aber. 

 

Unter Küchenabfall versteht man den Rest, der beim Kochen zustande kommt, wie beispielsweise allgemeine Schnittreste, wie vom Obst und Gemüse, Verpackungen, Plastikverpackungen, Flaschen, Tuben, Dosen, Büchsen etc. Ziel ist es also, seinen eigenen Küchenabfall so gering wie möglich zu halten. Im Idealfall 0% Abfall. Dabei spielt es nicht nur eine Rolle Zero Waste, also unverpackt einzukaufen und Zero Waste Produkte zu konsumieren, sondern auch Zutaten selber herzustellen und Abfallprodukte, wie Gläser wieder zu benutzen. Stichwort Upcycling. Dazu aber gleich mehr. 

 

Sicherlich es ist in der heutigen Zeit schwieriger als vor 60 Jahren komplett abfallfrei zu leben. Das liegt nicht nur an der Industrialisierung, sondern auch an unseren täglichen Einflüssen. Zum Beispiel mit dem Gang durch die Geschäfte und der täglichen Werbung. Wo auch immer wir sind, wir bekommen es von diversen Supermarktketten, Geschäften oder der Werbung vorgelebt. Regale voll mit tausenden von Produkten, verpackt in Plastik, eingeschweißt, doppelt und dreifach verpackt. Auch, dass die Produkte von Zero Waste Geschäften von Herstellern in Verpackungen angeliefert werden müssen, ist natürlich kein Geheimnis, dennoch macht es Sinn, in Geschäften wie diesen einzukaufen. Denn durch die Ersparnis der einzelnen Verpackungen in der Gesamtheit, tragen wir persönlich ein wesentlichen Bestandteil dazu bei, weniger Müll zu produzieren. Vor allem den umweltbelastenden Verpackungsmüll. In den Zero Waste Geschäften kannst Du eigene Behälter oder Beutel mitbringen und diese Produkte dort abfüllen. Das funktioniert übrigens auch in Bäckereien oder im Supermarkt an der Frischetheke. Somit spart man etliche Verpackungsmaterialien ein und es entsteht natürlich auch weniger Müll. Eine Zero Waste Küche bedeutet natürlich nicht nur Zero Waste kochen und verpackungsfrei einzukaufen, sondern auch der Lebensmittelverschwendung vorzubeugen. Das heißt, alles was an Resten von Lebensmittel nach dem Kochen übrig bleibt, sollte möglichst zeitnah für weitere Gerichte wiederverwendet werden. Da spielt es keine Rolle, ob ich nur eine halbe Zwiebel benutze, ein halben Brokkoli oder gar Reste von anderen Lebensmitteln. Wichtig ist, diese gekühlt aufzubewahren und dann für weitere Gerichte zeitnah zu verwenden.  Stichwort Konsumverhalten. Es sollte natürlich auch darauf geachtet werden, dass sich meine Einkäufe möglichst vorab plane und nicht, wie es in den meisten Fällen passiert, unüberlegt Produkte einzukaufen, die ich vielleicht gar nicht benötige. Welches dann meistens wieder Produkte in Verpackungen sind. Unter gewissen Umständen ist abfallfrei Kochen zu 100% möglich. Dabei bedeutet Abfall nicht gleich Abfall. Sondern hier wird unterschieden zwischen Abfall aus umweltbelastenden Verpackungsmaterialien und natürlich den biologischen Abfallresten wie beispielsweise vom Gemüse oder Obst. Diese werden in der Regel nicht als Abfälle bezeichnet, da diese kompostiert werden können und keine weiteren großen, und vor allem aufwendigen, Recycling-Wege durchgehen müssen. 100% schafft man, wenn man beispielsweise einen eigenen Garten hat und dort sein eigenes Obst und Gemüse anbauen kann. Da dann hier logischerweise das Verpackungsmaterial (vom Lieferanten), der Zero Waste Geschäfte eingespart wird, welches ich erst gar nicht benutze. So kann man nämlich komplett autonom & unabhängig vom Geschäft leben. Auch wenn man keinen eigenen Garten hat, keine Möglichkeit hat sich autonom zu ernähren oder Obst und Gemüse anzubauen. Alternativen, abfallfrei zu leben, gibt es dennoch. Es besteht die Möglichkeit, sich unter gewissen Voraussetzungen und Prioritäten, abfallfrei zu ernähren. 

 

Man kann im Garten, Balkon oder auch daheim sich einen eigenen Kompost zulegen oder sich eine Wurmkiste bauen bzw. kaufen. Wer nach wie vor seine Lebensmittel in Supermarktketten oder Geschäften einkauft, sich  Wurstwaren, Fleisch oder auch Käse in Plastikverpackungen holt, Getränke in Plastikflaschen benutzt, für den bedeutet es, für sich auch erstmal seine Prioritäten zu überdenken und langsam neue Wege zu gehen. Und das bedeutet nicht dass man verzichten muss. Es gibt mittlerweile offline & online alternative Möglichkeiten. Das bedeutet nur dass man sich unter Umständen mehr Zeit zum Kochen nimmt,  seine finanziellen Ausgaben überdenkt, Prioritäten ändert und somit einen möglichen Schritt macht, umweltfreundlicher zu leben. Ich möchte nun auf ein paar einzelne Punkte eingehen und aufzeigen dass es schon mit wenigen Mitteln möglich ist, abfallfrei(er) zu kochen.

Küchengeräte

 

Die meisten von uns haben natürlich im Haushalt einige Küchenutensilien. Sei es der Mixer, seien es Plastikbehältnisse oder auch diverse Küchengeräte, wie beispielsweise Mixer, Entsafter oder Rührstäbe. Da kommt es natürlich vor, dass nach einiger Zeit einige dieser Sachen kaputt gehen oder auch nicht mehr benutzbar sind. Jetzt kann man überlegen sich neue Geräte anzulegen, und damit wiederum Müll, durch Verpackungen zu produzieren. Oder man schaut sich nach alternativen Möglichkeiten um, sich Geräte anderweitig zuzulegen. Mittlerweile gibt es diverse Secondhand-Geschäfte, Secondhand Verkaufsplattform oder auch der gute alte Trödelmarkt. Bei all diesen verschiedenen Arten, besteht die Möglichkeit, sich hier gebrauchte Geräte & Utensilien zu besorgen. Ein Vorteil ist dabei nicht nur, dass weniger Müll durch neuen Verpackungsmaterial entsteht, sondern, dass auch Geräte und Utensilien die nicht mehr benötigt werden, nicht weggeworfen, sondern weiter an neue Besitzer gehen. Damit wird einerseits die Lebenserhaltung der Geräte verlängert und andererseits haben beide Seiten ein gutes Geschäft gemacht. Und zwar ein gutes für die Umwelt.

 

Upcycling

 

Wenn man seine Zutaten gerne in Dosen, Flaschen und anderen Verpackungen kauft, dann kann man sich beispielsweise überlegen, diese wiederzuverwenden. Stichwort Upcycling. Wenn Du z.B. Gläser oder Dosen von Gemüse,  oder andere Zutaten hast, dann kannst du diese beispielsweise für andere Sachen im Haushalt zur Aufbewahrung oder Weiterverwendung nutzen. Sei es, dass Du in diesen jetzt Knöpfe aufbewahrst oder auch für Stifte nutzt. Der Ideen sind hier keine Grenzen gesetzt.  Wunderbar machen sich vor allem kleine und größere Gläser einmal für Gewürze und Samen oder aber auch für Nudeln, Reis, Bohnen u.ä. Diese kannst Du nämlich unverpackt einkaufen. Dazu aber gleich mehr. Für diese gebrauchten Gläser, Dosen oder Flaschen gibt es unzählige Möglichkeiten. Man muss sie nur nutzen und braucht dadurch in der Regel keine weiteren Behältnisse mehr kaufen.  Solltest du nun aber mehr Sachen haben und keine Möglichkeiten diese aufzubewahren, dann kann ich hier wieder nur auf Trödelmärkte oder Secondhand-Geschäften verweisen.

 

DIY

 

Kommen wir jetzt mehr zum Kern, und zwar zum Kochen. Viele unserer Zutaten wie beispielsweise Sahne, Eier, Soßen, Gewürze, kommen normalerweise alle in Verpackungsmaterialien. Diese sind nicht nur umweltbelastend, sondern gelangen über Umwege in die Natur, die damit weitere Schäden in Flora & Fauna anrichten. Das traurige am ganzen Verpackungsmaterial aus Plastik. Es wird aus nichterneurbaren Ressourcen produziert und dient i.d.R nur dem einmaligen Gebrauch. Plastik, produziert, verpackt, ausgepackt und weggeworfen! Kommen wir aber zurück in die Küche. Wenn ich also gerne mit Soßen arbeite oder beispielsweise auch Suppen, dann gibt es hier viele Möglichkeiten diese ganz einfach selber herzustellen. Wenn ich mich beispielsweise vegan ernähre und gerne Sojaprodukte oder Soja Cremes benutze, dann gibt es mittlerweile viele verschiedene Möglichkeiten, auch diese zu Hause, in der heimischen Küche selber herzustellen. Dabei können die Rohstoffe bzw. die Roh-Zutaten wieder im unverpackt Laden eingekauft werden. Wie Sojabohnen, Haferflocken, Mehle etc. Diese Möglichkeit bietet gleich mehrere Vorteile. Du kennst die genauen Zutaten Deines Produkts. Es ist um ein vielfaches gesünder und günstiger, als vorgefertigte Produkte aus dem Supermarkt zu kaufen. Und, Du sparst hier wieder auf die Dauer gesehen, unmengen an Abfall, da Du die Produkte nicht mehr im Geschäft einkaufst. Und  meistens können diese Produkte mit nur wenigen Zutaten selber hergestellt werden. Diese benötigen auch keine chemischen Zusatzstoffe und andere Inhalte, die wir gar nicht erst aussprechen können. Was kannst du also mit wenigen Zutaten selber herstellen, um abfallfrei kochen zu können. Vegane Milchalternativen, wie beispielsweise Sojamilch, Hafermilch, Leinsamen-Milch oder auch Reismilch. Diese und weitere Milchalternativen werden gerne genutzt um beispielsweise Gerichte zu vervollständigen. Wobei diese auch bei gewissen Gerichten die normale Milch und Sahne ersetzen können. Je nach Saison, kannst du natürlich auch Soßen vorbereiten. Wie beispielsweise eine beliebte Tomatensoße. Natürlich ist darauf zu achten saisonal und lokal einzukaufen. Wenn ich also Tomaten aus Spanien beispielsweise im Winter im Supermarkt einkaufe,  sollte mir bewusst sein, dass diese unter umweltbelastenden Herstellungsverfahren aufgezogen wurden.  Wenn du allerdings Tomaten in der Saison kaufst und dazu noch lokal vom nächsten Bauern bzw Händler, dann kannst Du diese einkochen, in Gläsern abfüllen und diese für gewisse Zeit einfrieren. Die Gläser wiederum, hast du beispielsweise von anderen Gerichten oder Zutaten gewinnen können und konntest diese nun somit wiederverwenden. Natürlich kannst Du auch andere Soßen vorab einkochen und zu einem anderen Zeitpunkt verwenden. Auch Produkte wie Tofu oder Mozzarella kannst du mit einfachen Zutaten zu Hause selber herstellen. Hier kannst du wieder viel Geld sparen und weißt auch was in Deinen eigenen Produkten ist. Brühwürfel bzw. Pulver für eine Suppe kannst Du ganz leicht ersetzen. Entweder durch Gemüsereste einkochen und portionsweise einfrieren. Oder mit Gemüse und Kräutern im Mixer selber herstellen. Es gibt also unzählige Möglichkeiten Produkte aus dem Supermarkt zu ersetzen. Eine Hilfestellung kann hier sein, dass Du Dir beim Kochen bewusst machst, ob ich dieses oder jenes Produkt, welches in einer Plastikverpackung kommt, nicht durch eigene Herstellung ersetzen kann. Frage Dich also immer wieder wenn Du ein Produkt aus dem herkömmlichen Geschäft in der Hand hältst. Kann ich das nicht selber machen? In den meisten Fällen kannst Du es.

 

Zutaten

 

Wenn es um Zutaten wie beispielsweise Obst, Gemüse, Nudeln, Reis, Nüsse u.ä. geht, kannst Du diese unverpackt einkaufen. Der Fokus muss dabei auf Zero Waste gelegt werden. Das heißt, komplett abfallfrei. Versuche alle Produkte konsequent ohne Verpackungen und ohne Plastikhüllen einzukaufen. Es gibt auch immer mehr Ersatzprodukte. Bei der veganen Ernährung zum Beispiel. Das Problem ist, dass diese meistens in umweltschädlichen Plastikverpackungen kommen. Das ist zwar super für die Industrie und allen, die nach Alternativen suchen, jedoch verursachen wir auch indirekt als Konsument erhebliche Umweltschäden. Plastik, produziert, verpackt, ausgepackt und weggeworfen! Nicht nur Zero Waste Geschäfte, sondern auch mittlerweile immer mehr Supermarktketten rüsten auf. Zum Glück. Denn der Trend und das neue Umweltbewusstsein der Konsumenten und Verbraucher zeigt, dass sich etwas ändern muss.  Und es ändert sich auch etwas. Du kannst Produkte beispielsweise wie Obst, Gemüse, Mehle, Nudeln, Reis, Nüsse, Schokolade etc. bereits dort unverpackt Einkaufen. Weitere Möglichkeiten um unverpackte Produkte zu bekommen, wären beispielsweise auf den Wochenmarkt, direkt beim Bauern zu kaufen oder, welches aber in Deutschland illegal ist, containern. Also Essensreste aus dem Container vom Supermarkt "entwenden". Letzteres ist für die meisten aus hygienischen Gründen aber eher unvorstellbar. 

 

Reinigung

 

Vor dem Kochen ist nach dem Kochen. Damit das ganze Konzept natürlich auch bis zum Ende aufgeht, sollte hier der Abwasch bzw. die Reinigung aller Geräte & Utensilien wie beispielsweise Geschirr und Besteck mit selbstgemachten Reinigern gesäubert werden. Mittlerweile kannst Du mit wirklich wenigen Zutaten eigene Küchenreiniger herstellen. Egal ob Tabs oder Geschirrspülmittel. Das Internet ist mittlerweile voll von DIY Anleitungen. Dabei ist Pinterest eine wirklich gute Suchmaschine. Denn hier bekommst Du oft Anleitungen direkt als Bild geschenkt.

Man merkt, es ist möglich komplett abfallfrei zu kochen. Natürlich fallen Reste, biologische Reste, bei der Verarbeitung von Obst und Gemüse an. Diese können aber auf natürlicher Art & Weise kompostiert werden. Und sind dementsprechend kein Abfall im herkömmlichen Sinne. Alles andere was in Verpackungsmaterialien kommt, wie beispielsweise Glas, Dosen, Tetrapacks oder Plastikhüllen, sind generell Abfall und bedeuten zusätzlicher Aufwand zum Recyceln. Dieser Aufwand heißt mehr Transport, mehr Energie und Ressourcenverbrauch. Und all das verschmutzt um ein vielfaches unsere Umwelt. Leider werden heute unsere gängigen Verpackungsmaterialien, die aus Plastik bestehen, nicht zu 100% recycelt, sondern verkauft, und an Südost-Asiatischen Ländern verschifft. Das Problem daran ist, dass dieser Müll dort nicht recycelt und wiederverwendet wird, sondern hier durch mangelnde Infrastrukturen millionenfach bzw. milliardenfach in die Umwelt gerät. Eine sehr informative Quelle bietet hier der Plastik Atlas. Hier bekommst Du alle Daten und Fakten rund um das Thema Plastik und seine Probleme. Hier geht es zum Direktdownload. Die Konsequenzen sind bekannt. Umso wichtiger ist es, hierzulande unsere Ressourcen und Möglichkeiten bis zum Ende auszuschöpfen. Und zwar der Umwelt zuliebe. Natürlich ist es schwierig hundertprozentig abfallfrei zu werden. Dennoch haben wir die Möglichkeiten, die vorhandenen Geschäfte, das Wissen, und die finanziellen Mittel, bei umweltbewussten Prioritäten, unseren Beitrag, für den Umweltschutz zu leisten. Das muss nicht täglich sein. Kann aber mit jedem Tag, in denen wir keinen Abfall produzieren, mehr bewirken, als eine Lebensweise ohne. 

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